Assistenzinteraktionen: Zur Interaktionsordnung in der by Lakshmi Kotsch

By Lakshmi Kotsch

Das Modell der „Persönlichen Assistenz“ soll dazu beitragen, die Selbstbestimmtheit von Menschen mit körperlichen Behinderungen zu ermöglichen. Lakshmi S. Kotsch geht der Frage nach, welche Konsequenzen das Selbstbestimmungspostulat für die Interaktionen in den davon betroffenen Hilfebeziehungen hat. Die videographisch angelegte Studie zeigt, dass sich Assistenzinteraktionen tatsächlich nach den Relevanzen der Assistenznehmer richten und insofern deren „Selbstbestimmtheit“ (im Verständnis der Assistenzidee) ermöglichen. Der Blick auf die info von Assistenzinteraktionen macht aber auch deutlich, dass der Spielraum, die einzelnen Interaktionen zu gestalten, wesentlich größer ist, als es das Assistenzmodell konzeptionell vorsieht.

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Interaktionen besitzen Prozesscharakter: Die an ihnen beteiligten und in sie verwickelten Personen konstituieren die Bedeutung ihres Handelns, indem sie sich wechselseitig aufeinander beziehen (vgl. Blumer 1973). Handlungen gehen darauf folgenden Handlungen voraus und stellen insofern den Kontext für letztere dar, die wiederum den Kontext für nachfolgende Handlungen darstellen usw. Sie sind in diesem Sinne zugleich „context-shaped“ und „context-renewing“ (Heritage 1984, S. 242). Einzelne Aspekte einer Interaktion sind insofern nur verstehbar, wenn man sie in ihrem Zusammenhang nachvollziehen kann; sie lassen sich nicht isoliert betrachten.

Vgl. weiterführend hierzu auch vom Lehn (2007). 41 L. S. 1007/978-3-531-93155-5_, © VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012 Der Assistenzidee zufolge soll die im Modell verankerte Macht der Assistenznehmer dazu dienen, ihre Selbstbestimmung zu gewährleisten. Max Webers Definition zufolge bezeichnet der Begriff der Macht „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“ (Weber 1984, S.

3 Zusammenfassung Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass in den zitierten Arbeiten und bezogen auf die herkömmliche Pflege eine Asymmetrie zugunsten der Pflegenden konstatiert wird, die ihren Ausdruck u. a. in der kommunikativen Dominanz der Pflegekräfte sowie in der Macht, die diese über die Pflegebedürftigen auszuüben in der Lage sind, findet. Die zitierten Forschungsergebnisse lassen sich aber auch dahingehend verstehen, dass diese als solche interpretierte Dominanz des Pflegepersonals auch in dessen Bemühungen zum Ausdruck kommt, der Kommunikation den Charakter eines weniger unpersönlichen Gespräches zu geben.

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